Pressetexte schreiben – aber richtig

 

Weshalb sollte die Presse über Ihr Unternehmen berichten?

 

Das ist die entscheidende Frage, die sich Presseverantwortliche stellen müssen, bevor sie sich daran machen, einen Pressetext zu schreiben. Relevanz nämlich ist DAS entscheidende Kriterium, möchte man publiziert werden. Ansonsten kann man sich die Zeit und die Mühe sparen.

Deshalb: Bevor Sie loslegen, überlegen Sie: Ist mein Produkt, mein Service neu? Ist er innovativ? Bietet er etwas, dass kein anderer bietet? Ist das Produkt besonders trendig, greift Ihr Service gesellschaftliche Strömungen besonders früh auf? Oder auch: Sind Ihre Sichtweisen so ungewöhnlich, dass sie zum Nachdenken anregen werden? Gibt es einen interessanten Aufhänger: Eine spannende Story. Ein Jubiläum, eine ungewöhnliche Personalie? Kann eine Verbindung hergestellt werden zu einem aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Ereignis oder Thema? Prima, dann macht ein Pressetext Sinn.

Die nächste Frage lautet: Wo könnte/sollte meine Information erscheinen? Stichwort: Zielgruppe. An wen richtet sich der Service, das Produkt, die Information?

Beispiel 1:

Sie fabrizieren Turnschuhe aus Biokunststoff. Sie sind nicht nur zu 100 Prozent klimaneutral und biologisch abbaubar, für das Design konnten Sie außerdem einen renommierten Designer gewinnen. Beste Voraussetzungen, um in unterschiedlichen Publikationen veröffentlicht zu werden: In einschlägigen Design-Magazinen, in Umwelt-Magazinen, in Fach-Magazinen mit Schwerpunkt Bekleidung, in Tageszeitungen auf den Style- und Umweltseiten. Neben einem kleinen Pressetext mit allen wichtigen Informationen rund um das Produkt können Sie ein kleines Interview mit dem Designer mitliefern, Bilder von der Produktion der Turnschuhe, eine Grafik zum Thema Recycling.

 

Beispiel 2:

Ihre Agentur verfügt über besonders ausgeprägte Expertise im Bereich Social-Media. Ihre Experten sind sich einig: In spätestens fünf Jahren ist Instagram tot. Und überhaupt werden die sozialen Medien deutlich weniger genutzt werden. Super. Schreiben Sie einen erläuternden Fachbeitrag dazu. Erklären und belegen Sie, wie Sie zu dieser Sicht kommen. Und bieten Sie diesen Beitrag den Zeitschriften und Zeitungen an, die Ihre Kunden lesen. Wenn Sie nämlich beispielsweise mittelständische Unternehmen als Kunden für Ihre medialen Aktivitäten gewinnen wollen, sollten Sie Magazine und Zeitungen auswählen, die exakt diese Zielgruppe liest. Mithilfe der Publikation werden Sie als Experte wahrgenommen und man hat Sie im Kopf. Und das ist: Werbung.

 

Machen Sie sich schlau: Schauen Sie sich die Zeitschrift vorher an, in der Sie veröffentlicht werden wollen. Die Fragen hier lauten: In welche Rubrik könnte solch ein Pressetext passen und wie lang sind die dort gedruckten Texte? Wie ist der Schreib-Stil? Fachlich oder locker und allgemeinverständlich? Arbeiten Sie Journalisten zu. Rufen Sie sie an, treten Sie in Dialog, machen Sie sich dort bekannt. Fragen Sie!

Zuletzt: Bieten Sie Ihnen Ideen für Themen an, bieten Sie Pressetexte in unterschiedlichen Formaten an: Interviews, Wissen sowie gutes Bildmaterial in unterschiedlichen Formaten, Auflösungen und Aufmachungen – etwa ein freigestelltes Produkt, ein Produkt in stimmungsvollem Ambiente. Bildmaterial, das Geschichten erzählt, Infografiken, Illustrationen. Stehen Sie außerdem für Rückfragen bereit. Bildmaterial kann man auch auf der Website im Pressebereich zur Verfügung stellen. Das spart allen Zeit und Nerven

Bedenken Sie: Journalisten wollen spannende Storys, neueste Infos, interessante Hintergrundberichte, tolles Bildmaterial – alles, was die Leserschaft interessiert und bei der Stange hält. Wenn Sie dieses Bedürfnis bedienen….

 

Dann klappt’s auch mit der Presse.

 

26. Juni 2018

Leben in Frankfurt, Altstadt

Das Hotel Lindenberg in Frankfurt zählt aktuell zu meinen Lieblingsplätzen – schon morgens um 8 Uhr kann man dort Kaffee trinken, mit einer noch milden Sonne, die langsam den Himmel emporklettert. Ruhig ist es um diese Zeit dort, und die Szenerie, die sich einem am Vormittag präsentiert, erinnert an ein kleines Dorf. Gegen Nachmittag finden die ersten Touristen ihren Weg in die wenige Straßen große Altstadt, in den Abendstunden dann sind die Gassen überfüllt mit jungen Leuten. Es wird gegrölt, gelacht, getrunken.

9. Juni 2018

Content: Weniger und besser

Alle schreiben. Bloß nichts Neues. Unternehmen sollten stärker auf die Qualität ihres Contents setzen, statt auf Masse.

 

Aktuell erreichen mich Anfragen um Anfragen: Jeder will Blog-Beiträge geschrieben haben. Gerne dürfen sie lang sein. Und gerne darf man schwadronieren. Beinah so, als ginge es nicht um das, was man zu sagen hat, sondern um eine möglichst umfängliche Zeichenzahl. Zeitgeist-Wordings bitte nicht vergessen. Geht es dann noch um Web-Texte, mögen diese bitte außerdem noch reichlich mit Keywords dekoriert werden – google soll das Gesagte schließlich finden und möglichst hoch ranken. Doch: Will man eigentlich lesen, was da von jedem geschustert wird? Wer braucht all das Mittelmaß? Diese Content-Fluten? Wer will einen weiteren altbekannten Wein in neuem Gewand kosten?

Niemand.

Dabei bin ich der festen Überzeugung, dass Unternehmen durchaus etwas zu berichten haben. Vielleicht weniger oft, als es aktuell geschieht. Und vielleicht anders aufgezogen, als dies aktuell geschieht. Content kann schließlich auch ein gif sein, ein Video, ein Bild.

Wie wäre es daher mit Qualität?

Wie wäre es damit, dass ein Unternehmen im ersten Schritt darüber nachdenkt – in aller Ruhe – was es denn eigentlich zu sagen hat. Welchen Wert, welchen Mehrwert, der anvisierte Inhalt für die Zielgruppe hat. Und sich im nächsten Schritt die Zeit nimmt, dies herauszuarbeiten, um dann hierfür ein geeignetes Content-Format zu finden.

Möglicherweise würde dann entstehen, was gerne gelesen würde; es entstünden intelligente Gedanken, die der Leser bedenken möchte. Qualität statt sinnloser Ergüsse. Eine Meinung, eine Sicht, auf diese Welt und damit ein Beitrag für ihre Entwicklung, statt leerem Geschwafel. Es entstünde ein Diskurs.

Dann darf solch ein Text auch länger sein. Muss aber nicht. Es muss nicht einmal ein Text sein.

Hier finden Sie Anregungen zu unterschiedlichen Content-Formaten.

 

 

 

 

20. März 2018

Verschenken, verlieren, wegwerfen: Vom Wert der Ware. Eine Bildgeschichte

visual storytelling

Weshalb einen Drucker reparieren lassen, wenn die Reparatur 100 Euro kosten würde, der neue Drucker aber bloß 10 Euro mehr.

Und weshalb ein T-Shirt pflegen, um es möglichst lange zu behalten, wenn ein neues bei Primark gerade mal für fünf Euro zu haben ist?

Jeden Tag werden tausendfach Kaffeebecher in den Müll geschmissen, Plastiklöffel, Plastikflaschen, Brottüten, Brot. Auf dem Markt kommt der Apfel in die Plastiktüte, der Brokkoli in eine weitere, die Banane, der Kürbis.  Bei Tchibo kann man für wenige Euro noch eine Unterhose kaufen, noch ein Geschirr, noch ein Badehandtuch. Im Kaufhaus noch ein Blümchen, noch ein Paar Kerzen, noch ein Paar Küchenutensilien.

Socken mit Löchern werden nicht geflickt, sondern entsorgt. Ist der Reisverschluss an Jacke oder Hose defekt: wegwerfen. Doch während es in allen Großstädten immer noch Schneider gibt, sind Service-Stationen für Technik-Geräte nicht einmal mehr vorhanden.

Wir sind verdammt, Müll zu produzieren. Und das tun wir. Rund 45 Millionen Tonnen. Jedes Jahr.

Doch manchmal wird etwas gar nicht gleichgültig weggeschmissen, sondern wird verloren.

Und immer öfter geschieht es, dass Menschen Dinge, die noch intakt sind – oder einfach noch schön irgendwie – auf die Straße stellen, vorsichtig vor eine Wand: Bücher, Töpfe, Teller, Fernsehgeräte. Die kann man dann, soll man dann mitnehmen. Die sind kein Müll, die sollen kein Müll sein. Man braucht sie nur nicht mehr.

 

22. September 2017