Verschenken, verlieren, wegwerfen: Vom Wert der Ware. Eine Bildgeschichte

visual storytelling

Weshalb einen Drucker reparieren lassen, wenn die Reparatur 100 Euro kosten würde, der neue Drucker aber bloß 10 Euro mehr.

Und weshalb ein T-Shirt pflegen, um es möglichst lange zu behalten, wenn ein neues bei Primark gerade mal für fünf Euro zu haben ist?

Jeden Tag werden tausendfach Kaffeebecher in den Müll geschmissen, Plastiklöffel, Plastikflaschen, Brottüten, Brot. Auf dem Markt kommt der Apfel in die Plastiktüte, der Brokkoli in eine weitere, die Banane, der Kürbis.  Bei Tchibo kann man für wenige Euro noch eine Unterhose kaufen, noch ein Geschirr, noch ein Badehandtuch. Im Kaufhaus noch ein Blümchen, noch ein Paar Kerzen, noch ein Paar Küchenutensilien.

Socken mit Löchern werden nicht geflickt, sondern entsorgt. Ist der Reisverschluss an Jacke oder Hose defekt: wegwerfen. Doch während es in allen Großstädten immer noch Schneider gibt, sind Service-Stationen für Technik-Geräte nicht einmal mehr vorhanden.

Wir sind verdammt, Müll zu produzieren. Und das tun wir. Rund 45 Millionen Tonnen. Jedes Jahr.

Doch manchmal wird etwas gar nicht gleichgültig weggeschmissen, sondern wird verloren.

Und immer öfter geschieht es, dass Menschen Dinge, die noch intakt sind – oder einfach noch schön irgendwie – auf die Straße stellen, vorsichtig vor eine Wand: Bücher, Töpfe, Teller, Fernsehgeräte. Die kann man dann, soll man dann mitnehmen. Die sind kein Müll, die sollen kein Müll sein. Man braucht sie nur nicht mehr.

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22. September 2017